Was ist eine Suchmaschine?

Der Anteil der Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung steigt stetig. Immer mehr Menschen nutzen dabei das Internet zur gezielten Informationssuche. Hier kommen die Suchmaschinen ins Spiel. Laut einer Studie der GVU (Georgia Institute of Technology) benutzen 85 % der Internetnutzer Suchmaschinen, um Informationen zu beschaffen.

In diesem Artikel beleuchte ich die Grundlagen und die Geschichte der Suchmaschinen und Webverzeichnisse, gebe Tipps zu alternativen Suchmaschinen und erkläre die Heransgehensweise bei der Suche in Suchmaschinen.

Was ist eine Suchmaschine?

Einfach gesagt ist eine Suchmaschine ein Programm zur Recherche von Dokumenten, die in einem Computer oder Computernetzwerk gespeichert sind. Suchmaschinen erstellen einen Index aus Schlüsselwörtern für die Dokumentbasis. Nach der Eingabe eines Suchbegriffs liefert eine Suchmaschine eine Liste von Verweisen auf möglicherweise relevante Dokumente. Diese werden meistens mit Titel und einem kurzen Auszug des jeweiligen Dokuments dargestellt.

Worin unterscheiden sich Suchmaschinen und Webverzeichnisse?

Die Suchmaschinen arbeiten mit einer Software (auch Crawler, Robot oder Spider genannt), die eine Website so sieht wie ein uralter Browser, der weder die mühsam erstellten Javascripte noch Gestaltungselemente wie Frames oder Layer erkennt. Als Beispiele möchte ich hier Google, Microsoft Bing und DuckDuckGo nennen. Bei den Webverzeichnissen sind es Redakteure, die die Anmeldungen bearbeiten und in den Index einfügen. Beispiele sind Yahoo und Web.de.

Seit wann gibt es Suchmaschinen?

Entstanden sind die ersten Suchmaschinen aus Forschungsprojekten an Universitäten und Labors. Tim Berners-Lee, der Entwickler des ersten Browsers namens WorldWideWeb, schuf die erste einfache Suchmaschine ab 1989 mit der ersten Webpräsenz http://info.cern.ch. Diese Website existiert heute nicht mehr, aber das World Wide Web Consortium (W3C) hat eine Kopie aus dem Jahre 1992 gespeichert.

Kopie der ersten Webpräsenz
Kopie der ersten Webpräsenz

Fast zeitgleich wurde 1990 an der McGill University in Montreal mit Archie ein Suchbehelf entwickelt, der ab 1992 zu den meist genutzten Internetdiensten zählte. Archie wurde für das Indizieren von FTP-Archiven entwickelt, konnte nur über Telnet abgefragt werden und ist heute fast bedeutungslos.

Was ist eine Suchmaschine? Archie
Bildschirmfoto von Archie

1991 wurde an der Universität von Minnesota maßgeblich von Paul Lidner und Mark P. McCahill die Suchmaschine Gopher entwickelt. Sie wurde als Campuswide Information System (CWIS) zur Vernetzung der dortigen Informationsserver programmiert. Gopher war schon eher mit den heutigen Suchmaschinen vergleichbar und verwendete bereits Boolsche Operatoren, mit denen eine komplexere Verknüpfungssuche („and“, „or“, „not“) möglich ist.

1993 begann der einzigartige Siegeszug des Internets. Im selben Jahr wurde von Mathew Gray, einem Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) der erste Such-Robot programmiert. Dieser „The Wanderer“ genannte Robot durchsuchte und katalogisierte das noch sehr überschaubare Netz von 1993 bis 1996 in einem halbjährlichen Zeitraum. Ganze 130 Websites wurden im Juni 1993 gezählt. Im Oktober 1993 wurde der Archie-Like Indexing of the Web (Aliweb) entwickelt. Kurze Zeit später (Dezember 1993) gingen die Suchmaschinen Jumpstation, WorldWebWeb Worm und RSBE Spider ans Netz. Der RBSE Spider zeigte die Ergebnisse in einem eigenen Ranking-System an und war somit die erste Suchmaschine überhaupt, die auf dieser Basis arbeitete.

WebCrawler war die erste öffentlich erreichbare Suchmaschine mit Volltextsuche und kam im April 1994 auf den Markt. Diese Suchmaschine wurde 1995 an AOL und ein Jahr später an Excite verkauft. Im Juli 1994 ging die Suchmaschine Lycos online, die von Michael Mauldins entwickelt wurde. Lycos durchsuchte sowohl die Worthäufigkeit der Suchbegriffe als auch die Nähe der Suchbegriffe untereinander im betreffenden Dokument.

Im Jahre 1995 wurden Suchmaschinen erstmals von kommerziellen Unternehmen entwickelt. Als Beispiel möchte ich hier Alta Vista und Infoseek nennen. 1996 wurde die Firma Inktomi Corporation gegründet und brachte im Mai die Suchmaschine HotBot heraus, die als Service für die Leser der Online-Ausgabe des Wired-Magazins gedacht war. HotBot konnte anfangs dem damaligen Marktführer Altavista starke Konkurrenz machen. 1998 übernahm Lycos die Suchmaschine. Der Betrieb des eigenen Webcrawlers wurde im Jahre 2002 eingestellt, da die Firma Inktomi Corporation von Yahoo aufgekauft wurde.

David Filo und Jerry Yang veröffentlichten im März 1995 eine Sammlung ihrer besten Web-Adressen und nannten sie kurz Yahoo – das Akronym für „Yet Another Hierarchical Officious Oracle“. Das Unternehmen und die Palette der Angebote wuchsen nach der Gründung rasant an. Durch spektakuläre Firmenaufkäufe im Jahre 2003 sicherte sich Yahoo den Anschluss im Suchmaschinenmarkt. Ende Juli 2009 wurde bekannt, dass Microsoft und Yahoo eine umfangreiche Zusammenarbeit im Kampf gegen Google vereinbart haben. Microsoft übernimmt die komplette Internet-Suche von Yahoo über die Suchmaschine Bing und Yahoo wird die Werbevermarktung für beide Firmen übernehmen.

Am 7. September 1998 gründeten die Studenten Larry Page und Sergey Brin das Unternehmen Google Incorporated. Noch am selben Tag brachten sie eine erste Testversion des Programms auf den Markt und der Siegeszug begann. Die geordnete Benutzeroberfläche, die Geschwindigkeit und die Relevanz der Suchergebnisse bildeten die Eckpfeiler auf diesem Weg. Heute werden mehr als 90 Prozent der Suchanfragen bei Google eingestellt.

Im Herbst 1998 ging Microsoft erstmals mit der Internet Suchmaschine namens MSN Suche online. Anfangs wurden noch Suchergebnisse der Firma Inktomi angezeigt. 1999 kamen dann Ergebnisse von Looksmart hinzu. Im November 2004 wurde die erste eigene Suchmaschine als Beta-Version veröffentlicht. Der Nachfolger „Bing“ ging im Juni 2009 in Betrieb und wurde schnell populär.

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